Willkommen in Südostasien !
05.03. Saigon
Auch in Saigon hat sich in den letzten Jahren viel verändert, leider nicht immer zum besten. Zahlreiche Restaurants gibt es nicht mehr bzw. haben den Besitzer gewechselt, wir standen des öfteren vor verschlossener Tür. Die breiten Bürgersteige sind mittlerweile derart mit Mofas zugeparkt, das man meist auf der Straße laufen muß, um einigermaßen voranzukommen. Die Innenstadt erstrahlt komplett in neuer Farbe und wirkt insgesamt sehr aufgeräumt. Weggeräumt hat man offensichtlich auch sämtliche Bettler und Kriegsopfer, die früher noch die Straßen rund um den großen Markt bevölkerten. Umsomehr erschrecke ich mich, als ich unvermittelt in das zerstörte Gesicht eines Napalmopfers blicke.
Am letzten Tag gehen wir mittags zum Ben Than, um zu sehen, wann der Bus zum Flughafen abfährt: Tatsächlich gibt es eine Linie, die aber bereits um 18.00 Uhr den Betrieb einstellt, dumm wenn Vietnam Airlines erst um 23.30 nach FRA fliegt. Früher gab es wohl noch einen Shuttlebus der Airline, aber auch dieser ist nicht mehr existent, wir müssen wohl oder übel ein Taxi nehmen ... Im Hotel zurück verpacken wir die diversen Souveniers und meine umfangreiche Sammlung inzwischen obsolet gewordener Reiseführer in eine extra gekaufte Tasche, die Ursula netterweise schon mal für mich mit nach Deutschland nimmt.
Für 100.000 Dong geht es dann zum Flughafen, auch auf der Fahrt zurück in die Stadt zahle ich später fast den gleichen Preis. Mit Taxis der Firmen Vinasun, Saigontourist oder Mailinh hat man in der Regel keinen Ärger, aber Vorsicht: Es sind tausende ähnlich aufgemachte Verbrechertaxis unterwegs, wo der Taxameter gerne 10 x so schnell wie normal läuft.
In der Abflughalle wollen wir zusammen noch etwas essen gehen, das Angebot ist mehr als mager, die Preise dafür wie überall in Flughäfen gesalzen. In Saigon gibt es allerdings über der Abflughalle noch die "Wellwishers-Gallery" mit einem kleinen Foodcourt zu normalen Preisen ...
Aktualisiert (Montag, den 08. März 2010 um 04:49 Uhr)
06.03. Saigon-Phnom PenhKurz nach sieben spaziere ich dann mit deutlich reduziertem Marschgepäck in die Pham Ngu Lao. Nach Phnom Penh fahre ich heute mit sapacatouris.com, man zahlt 2 Dollar mehr als für den OpenTour-Bus, wie sich herausstellt eine sehr gute Wahl. Der Bus steht gegenüber des Reisebüros, ist relativ neu und verfügt über AC, WC und vor allem über funktionierende Stoßdämpfer. Im Gegensatz zu den reudigen OpenTour-Bussen hat man auch nicht ständig das Gefühl, direkt auf einem röhrenden und vibrierenden Schiffsdiesel zu sitzen ... Als wir an der Grenze ankommen, kümmert sich der Beifahrer für mich um die Visabeschaffung. Der Spaß kostet 25 $ und wird nebenbei erledigt. Was man nach dem Grenzübertritt als erstes vermisst, sind die wogenden grünen Reisfelder, in Kambodscha nur graues Ödland mit vereinzelten Palmen, erst als wir uns Phnom Penh nähern wird es wieder grüner. Endstation für den Bus ist nach knapp 7-stündiger Fahrt der Sihanouk Boulevard, direkt an der Endhaltestelle wartet auch bereits der übliche Pulk von TukTuk-Fahrern und selbsternannten "Guides". Ich schlage erstmal alle Angebote aus und gehe zu Fuß los. Nachdem ich mich orienttiert habe, rufe ich mir dann doch ein TukTuk und stelle fest, das die Gerüchte stimmen: Die allermeisten Fahrer sind komplett inkompetent und kennen selbst bekannteste Orte nicht ... Ich wohne mitten im Zentrum, mein Fahrer muß aber erst zweimal die Karte studieren, um die Strasse 63 zu finden - in etwa so, wie wenn ein Taxifahrer in Frankfurt die Hanauer Landstrasse nicht kennen würde ... Im N'awlins-Guesthouse geht es dann zum Glück unkompliziert weiter, der Laden wird von einem Amerikaner und seiner kambodschanischen Freundin betrieben, man hat erst kürzlich eröffnet und noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Ich habe nur ein normales EZ und keinen Deluxe-Singleroom gebucht - ein Fehler, wie ich bald merken werde ... Ich habe zwar Stuck an der Decke und Marmor auf dem Boden, allerdings bewohne ich dafür auch ein fensterloses Kabuff, das in einen der Schlafsäle integriert ist. Wenn ich den Wasserhahn aufdrehe, geht gleichzeitig die Dusche los, die im selben Moment das ganze Bad überschwemmt, da man selbstredend wie fast überall in Südostasien auf eine Duschkabine verzichtet hat und den Duschkopf direkt neben der Toilette montiert hat ...
Aktualisiert (Montag, den 08. März 2010 um 04:40 Uhr) |



