Willkommen in Südostasien !
11.02. Chiang Rai
Am Abend gehe ich auf dem Nachtmarkt neue Socken zu kaufen, irgenwie scheint es in meinem Rucksack schwarze Löcher zu geben, die diese ansaugen ... Zuhause bin ich mit 5 Paaren gestartet, momentan besitze ich nur noch 3 1/2 Paar. In der Nähe des Marktes befinden sich auch zwei Foodcourts, beide mit Open-Air-Bühen, auf denen traditionelles Kulturgut (Tänze der Bergvölker etc.) im Wechsel mit internationalem Liedgut ("country roads, take me home ...") dargeboten werden. Auf dem schlechteren der beiden Marktplätze haben alle Buden fast ausschließlich Fett, Fett und Fett im Angebot, nur die frittieren Würmer und Kakerlaken sorgen für etwas Abwechslung. Ich esse dann aber lieber doch auf dem anderen Platz, hier gibt es lediglich ein Restaurant, dieses ist allerdings riesig und bietet "Best of Thailand" an, die Speisekarte hat fast 30 Seiten, das Essen dann aber erstaunlich gut.
Am nächsten Tag habe ich wieder erhebliche Orientierungsprobleme, es gelingt mir nicht den Fluss zu finden, auch die Einheimischen sind leider wenig hilfreich, zum Ausgleich stoße ich aber auf einige sehr schöne Wats und einen tollen Straßenmarkt ohne Touristennepp.
Als ich ins Hotel zurückkomme, hat der "Laundry-Service" auch schon meine Wäsche fertig. An sich ja eine schöne Sache, allerdings sind die Wäschereien asienweit nicht wirklich effektiv. Die Klamotten riechen zwar durchaus frisch, aber so richtig sauber wird es irgendwie nicht. Man bekommt seine Sachen nach jedem Waschgang ein Stückchen grauer zurück - egal ob das Kleidungsstück ursprünglich weiß, schwarz oder bunt war ...
Aktualisiert (Dienstag, den 16. Februar 2010 um 12:28 Uhr)
12.02. Chiang Rai-Chiang MaiNach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zum Busbahnhof, da die Eisenbahn in Thailand bereits in Chiang Mai endet. Busse nach Chiang Mai gibt es allerdings nicht, zumindest nicht auf dem innerstädtischen Busterminal auf dem ich mich befinde, sondern nur im "Terminal 2", außerhalb der Stadt. Ich nehme mir zusammen mit drei japanischen Geschäftsleuten für 10 Baht pro Nase ein Sammeltaxi zum 8 km entfernten Busbahnhof. Die Japaner kennen natürlich Düsseldorf und sind schwer erstaunt, als ich ihnen erzähle, das ich schon in ihrer Heimatstadt Kanazawa gewesen bin ... Danach heißt es leider wieder warten, die nächsten zwei Busse sind bereits ausgebucht und ich muß eine Stunde auf den nächsten warten. Im Bus dann auf dem Sitz neben mir eine ältere Thailänderin, die lange in den USA gelebt hat und entsprechend gut Englisch kann. Wir kommen ins Gespräch, bis unsere Unterhaltung von einem sehr ungesunden Geräusch unterbrochen wird. Der Bus hat sich schon die ganze Zeit die Berge hochgequält, nun stoppt stoppt er ganz und wir stehen eine ganze Weile ohne das sich irgendwas rührt, werden dann aber irgendwann zum aussteigen aufgefordert. Laut meiner Sitznachbarin hat es das Getriebe des Busses zerlegt, der Fahrer kann nicht mehr schalten ... Wir haben Glück im Unglück, da wir uns nicht mehr weit vom Ziel entfernt befinden, ist nach 20 Minuten bereits der Ersatzbus da und es geht weiter. Meine neue Bekanntschaft wird von zwei Freundinnen abgeholt und man bietet mir an, mich mit in die Innenstadt zu nehmen. Dazu sage ich natürlich nicht nein und fahre mit drei Damen im besten Alter (ich schätze sie zusammen auf mindestens 200 Jahre) in deren Pickup nach "Downtown". An einem Hotel werde ich abgesetzt, die Damen überschätzen allerdings meine finanziellen Möglichkeiten - 690 Baht sind mir zu teuer und einen Pool brauche ich eigentlich auch nicht. Die Zimmersituation vor Ort ist allerdings sehr entspannt und es ist generell sehr preiswert, nach wenigen Minuten habe ich bereits ein schönes Zimmer mit nettem Garten und Wlan inklusive im Baan Chiang Noi-Guesthouse für 400 Baht gefunden. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen lerne ich dann auch schnell die übrigen Mitbewohner kennen: Es handelt sich überwiegend um alte bis sehr alte Herren in Begleitung weiblicher, einheimischer Damen, diese jung bis sehr jung ... Später stelle ich dann fest, das ich mitten im Expat-Viertel gelandet bin, in den Kneipen der Umgebung jede Menge "Soloherren" auf der Suche nach einer anspruchslosen und unemanzipierten Asiatin bzw. Gestalten, die zum Frühstück gerne Bier & Korn nehmen und aussehen, als hätten sie in Europa schon überall Hausverbot ;-) Aber da kann die Stadt natürlich nichts dafür, das ist wohl eher der Grenznähe geschuldet, man(n) hat es nicht weit zum "Visa-Run"...
Aktualisiert (Freitag, den 18. Februar 2011 um 14:08 Uhr) |



