12.02. Chiang Rai-Chiang Mai
Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zum Busbahnhof, da die Eisenbahn in Thailand bereits in Chiang Mai endet. Busse nach Chiang Mai gibt es allerdings nicht, zumindest nicht auf dem innerstädtischen Busterminal auf dem ich mich befinde, sondern nur im "Terminal 2", außerhalb der Stadt. Ich nehme mir zusammen mit drei japanischen Geschäftsleuten für 10 Baht pro Nase ein Sammeltaxi zum 8 km entfernten Busbahnhof. Die Japaner kennen natürlich Düsseldorf und sind schwer erstaunt, als ich ihnen erzähle, das ich schon in ihrer Heimatstadt Kanazawa gewesen bin ...
Danach heißt es leider wieder warten, die nächsten zwei Busse sind bereits ausgebucht und ich muß eine Stunde auf den nächsten warten. Im Bus dann auf dem Sitz neben mir eine ältere Thailänderin, die lange in den USA gelebt hat und entsprechend gut Englisch kann. Wir kommen ins Gespräch, bis unsere Unterhaltung von einem sehr ungesunden Geräusch unterbrochen wird. Der Bus hat sich schon die ganze Zeit die Berge hochgequält, nun stoppt stoppt er ganz und wir stehen eine ganze Weile ohne das sich irgendwas rührt, werden dann aber irgendwann zum aussteigen aufgefordert. Laut meiner Sitznachbarin hat es das Getriebe des Busses zerlegt, der Fahrer kann nicht mehr schalten ... Wir haben Glück im Unglück, da wir uns nicht mehr weit vom Ziel entfernt befinden, ist nach 20 Minuten bereits der Ersatzbus da und es geht weiter.
Meine neue Bekanntschaft wird von zwei Freundinnen abgeholt und man bietet mir an, mich mit in die Innenstadt zu nehmen. Dazu sage ich natürlich nicht nein und fahre mit drei Damen im besten Alter (ich schätze sie zusammen auf mindestens 200 Jahre) in deren Pickup nach "Downtown". An einem Hotel werde ich abgesetzt, die Damen überschätzen allerdings meine finanziellen Möglichkeiten - 690 Baht sind mir zu teuer und einen Pool brauche ich eigentlich auch nicht. Die Zimmersituation vor Ort ist allerdings sehr entspannt und es ist generell sehr preiswert, nach wenigen Minuten habe ich bereits ein schönes Zimmer mit nettem Garten und Wlan inklusive im Baan Chiang Noi-Guesthouse für 400 Baht gefunden.
Nach einem kurzen Mittagsschläfchen lerne ich dann auch schnell die übrigen Mitbewohner kennen: Es handelt sich überwiegend um alte bis sehr alte Herren in Begleitung weiblicher, einheimischer Damen, diese jung bis sehr jung ... Später stelle ich dann fest, das ich mitten im Expat-Viertel gelandet bin, in den Kneipen der Umgebung jede Menge "Soloherren" auf der Suche nach einer anspruchslosen und unemanzipierten Asiatin bzw. Gestalten, die zum Frühstück gerne Bier & Korn nehmen und aussehen, als hätten sie in Europa schon überall Hausverbot ;-)
Aber da kann die Stadt natürlich nichts dafür, das ist wohl eher der Grenznähe geschuldet, man(n) hat es nicht weit zum "Visa-Run"...

